Holzpellets: Hürde geknackt – Preisprognose für 2024

06.02.24 • 18:12 Uhr • HeizPellets24 News • Oliver Klapschus

Der Start ins neue Pellets-Jahr ist geglückt. Nach kleineren Rücksetzern im Januar ist der bundesdeutsche Durchschnittspreis für Holzpellets Anfang Februar unter 300 Euro gefallen. 298 Euro je Tonne für die Sech-Tonnen-Lieferung bedeuten den niedrigsten Stand seit Dezember 2021. Pelletskunden in der Schweiz zahlen mit 380 Franken je Tonne ebenfalls den niedrigsten Preis seit über zwei Jahren. In Österreich kosten Holzpellets rund 330 Euro je Tonne und damit so wenig wie seit April 2022 nicht mehr. Die Nachfrage bleibt aufgrund der günstigen Einkaufskonditionen anhaltend hoch.

Mit Blick auf den Preischart für Holzpellets fällt es nach den unterschreiten der 300-Euro-Marke nunmehr schwer, ein grafisches hergeleitetes Spekulationsziel für Kunden zu formulieren. Im Herbst 2021 schnellten die Preise, binnen weniger Wochen nahezu senkrecht um 100 Euro je Tonne nach oben, nachdem vorher über zehn Jahre 200 Euro plus X das Maß der Dinge waren. Je nach Jahreszeit und Nachfrage war das X mal größer und mal kleiner, aber Holpellets in Deutschland kosteten stets zwischen 190 und 270 Euro je Tonne. Die niedrigsten Werte der letzten 15 Jahre, wurden interessanter Weise im Frühjahr 2021 markiert, ehe es durch eine Reihe von Marktturbulenzen raketenmäßig auf bis zu 800 Euro nach oben ging. Zunächst fielen Corona und Lieferkettenprobleme mit einem starken Zubau von Pelletheizungen zusammen. Am Ende gipfelte die Bewegung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in der allgemeinen Energiepreishausse, die auch die Pelletpreise auf kaum mehr nachvollziehbare 800 Euro je Tonne schraubte. Auf den Preisschock folgte ein Käuferstreik, der dazu beitrug, dass sich die Pelletspreise rasch normalisierten.

Nach den letzten drei Ausnahmejahren schickt sich 2024 an, wieder ein normales Pellets-Jahr zu werden. Bleibt es geopolitisch und -ökonomisch ruhig, so dürfte die Preiskurve bei Holzpellets deutlich flacher verlaufen als in den letzten drei Jahren. Dazu dürfte auch die saisonale Komponente wieder deutlicher werden, die optimalerweise ein typisches Sommertief aufweist. In Bezug auf Deutschland scheinen dann Pelletpreise von maximal zehn Prozent unter dem aktuellen Niveau ein realistisches Minimalziel. D.h. Kunden können im Verlauf des Jahres 2024 auf einen Tiefststand von 275 bis 270 Euro je Tonne spekulieren, ehe es in Richtung Herbst wieder teurer wird. Noch tiefere Preise oder gar eine Rückkehr auf das altbekannte Zweihunderter-Niveau scheinen aus aktueller Sicht unrealistisch. Allgemein gestiegenen Löhne, Rohstoffpreise und Transportkosten, die durch Inflation und staatliche Abgaben wie z.B. die LKW-Maut getrieben wurden, stehen einer deutlich gestiegenen Inlandsnachfrage gegenüber. Seit 2021 hat sich die Zahl der Pelletheizungen in Deutschland um 60 Prozent auf nunmehr knapp 800 Tsd. erhöht. Hohe Überkapazitäten in den Pellet-Werken wurden durch die steigende Nachfrage abgebaut. Die Inlandsproduktion übersteigt jedoch weiterhin den Verbrauch und auch die Warenströme innerhalb Europas laufen gut. Gleichzeitig dürfte der Neubau von Pelletheizungen nach dem Einbruch 2023 wieder zunehmen, denn es gibt nach dem zwischenzeitlichen Förderstopp wieder staatliche Zuschüsse für den Heizungstausch.

Kurzum: Mit dem Fall unter die 300-Euro-Marke ist eine wichtige psychologische Hürde genommen, die Lust macht auf neue Tiefen und das Heizen mit Pellets bleibt preislich attraktiv. Auch fossile Energieträger sind zuletzt wieder billiger geworden und besonders der Brennstoffkostenvorteil gegenüber Erdgas ist im Januar zusammengeschmolzen. Mit umgerechnet ca. sechs Cent je kWh haben Holzpellets jedoch weiterhin die Nase vorn. Neuverträge für Gas gibt es aktuell für rund 7,5 Cent je kWh zuzüglich monatlicher Grundgebühr. Heizöl verharrt bei ca. zehn Cent je kWh. -ok-

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