Preisrallye bei Holzpellets verschärft sich - Hoffnung vor dem Winter?

28.07.22 • 17:11 Uhr • HeizPellets24 News • Oliver Klapschus

Die Preise für Holzpellets entwickeln sich weiterhin äußerst ungünstig. Von Sommerrabatten wie in den vergangenen Jahren kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Pelletspreise gehen steil und haben sich seit Jahresbeginn in etwa verdoppelt. Gegenüber dem Sommer 2021 hat sich das Niveau annähernd vervierfacht. Verbrauchern, die mit Holzpellets heizen, bleibt der schwache Trost, dass sie in Zeiten haussierender Energiepreise nach wie vor mit dem günstigsten Brennstoff heizen, der am Markt zur Verfügung steht.

Zum Stand 28. Juli kostet die Tonne Holzpellets in Deutschland durchschnittlich 720 Euro, in Österreich ca. 620 Euro und in der Schweiz rund 750 Franken. Umgerechnet auf eine Kilowattstunde kosten Holzpellets in Deutschland damit ca. 14,4 Cent. Heizöl schlägt mit gut 16 Cent zu Buche und Neuverträge für Erdgas mit atemberaubenden 22 Cent. Besonders bei letzterem sind durch die angekündigte Kostenumlage der Uniper-Rettung durch die Bundesregierung weitere Preissteigerungen von mehreren Cent je kWh wahrscheinlich.

Bemerkenswert war im Juli die schnelle Folge von Preissprüngen, die durch die Wechselwirkung aus sich verknappenden Warenbeständen und anhaltend hoher Kaufaktivität entstand. Pellets-Kunden sind es normalerweise gewohnt, dass sich die Preise monatlich oder alle paar Wochen ändern. Die neue Dynamik entstand einerseits durch mehr Nachfrage, da sich der Bestand an Pelletheizungen jährlich erhöht. Zum anderen brach gleichzeitig das Angebot an Holzrohstoffen weg. Gestörte Lieferketten in Folge des Ukrainekriegs und konjunkturbedingt schrumpfende Restholzmengengen aus Sägewerken und Möbelindustrie dezimierten die Lagerbestände. Gleichzeitig schürten die Medienmeldungen zur Energiekrise das Sicherheitsbedürfnis der Verbraucher.

Aktuell herrscht das Paradoxon: Steigende Preise führen zu verstärkten Käufen. Die Situation ähnelt der des Corona-Frühjahrs 2020 als Kunden Klopapier hamsterten und die Hersteller mit der Produktion nicht nachkam. Infolgedessen ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Markt aktuell in eine finale Übertreibung läuft, ehe die Notierungen ins Rutschen kommen. Wer hierauf spekuliert, sollte jedoch die Zeit – in Form eine noch komfortabel gefüllten Pelletlagers – auf seiner Seite haben. Für alle anderen gilt: Der Herbst rückt näher und zwingt zum Handeln. Wer unter Zugzwang steht, sollte darüber nachdenken, ob es eine Alternative ist, sich zunächst mit einer Teilmenge zu bevorraten, die in etwa den Bedarf der halben Heizperiode abdeckt. Die Binsenweisheit, dass sich durch ein bewussteres Heizverhalten Brennstoff sparen lässt, überlassen wir an dieser Stelle der Politik. - ok

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