Holzpelletsorten

Schon in der Steinzeit wurde der Energieträger Holz zum Heizen genutzt. Das Feuer spendete Wärme und Behaglichkeit. In den letzten Jahrzehnten ist Holz als Brennstoff allerdings stark ins Abseits geraten und wurde von Heizöl und Gas abgelöst. Mit den Diskussionen zum Klimaschutz tritt Holz wieder in den Vordergrund, da es CO2-neutral verbrennt. Lediglich bei der Produktion und dem Transport entstehen CO2-Emissionen.

Das grandiose Comeback des Brennstoffes hat dazu geführt, dass die Heizsysteme in punkto Betriebssicherheit und –stabilität so weit entwickelt wurden, dass sie einer modernen Öl- oder Gasheizung in Nichts nachstehen. Besser noch, ein Heizsystem, das mit Holzpellets betrieben wird schont neben der Umwelt auch noch Ihren Geldbeutel. Die Kosten für einen Jahresvorrat an Pellets liegen zuweilen bis zu 2/3 unter den vergleichbaren Kosten für Gas oder Heizöl.

Mit dem Pellet-Boom wurden allerdings nicht nur die Heizsysteme modernisiert, sondern auch die zu erfüllenden Normen für Pellets. Die ersten Pellet-Normen waren die DIN 51731 für Deutschland und die ÖNORM 7135 für Österreich. Im weitern Verlauf wurde aus den beiden Normen das DINplus-Zertifikat entwickelt, welches jeweils die strengere Norm als Richtwert festlegt. In diesem Zuge wurden auch weitere Anforderungen hinzugefügt.

Seit 2010 gibt es eine einheitliche Norm für Holzpellets in ganz Europa, die EN 14961-2, die auch als neue DIN-Norm gilt und daher auch als DIN EN 14961-2 bezeichnet wird. Die kleinen Holzpreßlinge nehmen damit eine Pionierrolle auf dem Brennstoffmarkt ein, da sie als erster Brennstoff einer europaweit einheitlichen Norm unterliegen. Differenziert wird in der EN 14961-2 nur noch in die Klassen A1, A2 und B. Diese unterscheiden sich hauptsächlich durch die verwendeten Rohstoffe und die daraus folgenden Eigenschaften.

Im Zuge der DIN EN 14961-2 wurde gemeinsam vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e.V. mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum Leipzig das ENplus-Zertifikat entwickelt. Zukünftig wird es vom Deutschen Pelletinstitut vergeben. Das Zertifikat prüft neben der Einhaltung der EN-Norm die gesamte Lieferkette. Damit wird ein völlig neuer Maßstab in punkto Qualitätssicherheit gesetzt, da die Kontroll-Lücke zwischen Produktion und Anlieferung geschlossen wird.

Zur besseren Orientierung haben wir die typischen Produkteigenschaften kurz zusammengefasst.

Holzpellets A1 | Holzpellets A2 | Holzpellets B | Hackschnitzel

Holzpellets DINplus

beste Qualität

In Ihrer privaten Kleinfeuerungsanlage sollten Sie ausschließlich Heizpellets dieser Qualität verwenden. Sie unterliegen den strengsten Vorschriften bei der Produktion und dem Transport und sind für Ihre Anlage am „verträglichsten“.

  Einheit DIN 51731 DIN plus
Ö Norm M 7135
EN A1 EN A2 Klasse B
"Industriepellets"
Länge mm < 50 5 x D 3,15 ≤ L ≤ 40 3,15 ≤ L ≤ 40 -
Durchmesser mm 4 bis 10 4 bis 10 6 (± 1) 6 (± 1) 4 bis 10
Rohdichte (einzelnes Pellet) g/cm3 > 1,12 1,0 bis 1,4 - - -
Schüttdichte ("Pellethaufen") kg/m3 - - ≥ 600 ≥ 600 -
Heizwert MJ/kg 17,5 bis 19,5 > 18 ≥ 16,5 ≥ 16,5 -
Wassergehalt % < 12 < 10 ≤ 10 ≤ 10 < 12
Feinanteil % - < 1 ≤ 1 ≤ 1 -
Mechanische Festigkeit % - - ≥ 97,5 ≥ 97,5 -
Aschegehalt % < 1,5 < 0,5 ≤ 0,7 ≤ 1,0 -
Ascheerweichungstemperatur ° C - - ≥ 1200 ≥ 1100 -
Gehalt an Schadstoffen, Schwermetallen etc.:
Arsen mg/kg - - ≤ 1 ≤ 1 -
Blei mg/kg - - ≤ 10 ≤ 10 -
Cadmium mg/kg - - ≤ 0,5 ≤ 0,5 -
Chlor % < 0,03 < 0,02 ≤ 0,02 ≤ 0,03 < 0,03
Chrom mg/kg - - ≤ 10 ≤ 10 -
Kupfer mg/kg - - ≤ 10 ≤ 10 -
Nickel mg/kg - - ≤ 10 ≤ 10 -
Quecksilber mg/kg - - ≤ 0,1 ≤ 0,1 -
Schwefel % < 0,08 < 0,04 ≤ 0,05 ≤ 0,05 < 0,08
Stickstoff % < 0,3 < 0,3 ≤ 0,3 ≤ 0,5 < 0,3
Zink mg/kg - - ≤ 100 ≤ 100 -
Legende: - = keine Normung
Holzpellets Klasse A2

geringere Anforderungen

Holzpellets nach Qualität A2 dürfen einen höheren Aschegehalt aufweisen. Grade in den südeuropäischen Ländern sind die Anforderungen im Vorfeld nicht so eng gesteckt gewesen wie die strengeren deutschen oder österreichischen Normen. Daher wurde diese Qualität mit in die EU-Norm aufgenommen. In Deutschland und Österreich sind Pellets der Güteklasse A2 kaum erhältlich und die Verwendung wird nicht empfohlen. Achten Sie für den reibungslosen Betrieb Ihrer Heizungsanlage auf Qualitätspellets der höchsten DIN EN oder Ö-Norm.

Industriepellets Klasse B

Industriepellets

Industriepellets unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Größe und das Rohmaterial von den anderen Klassifizierungen. Die Größe der Pellets entspricht nicht den EU-Vorschriften und können nicht in einer normalen Heizanlage verfeuert werden, ohne den reibungslosen Betrieb zu gefährden. Grade bei der Beförderung der Holzpellets vom Vorratsraum in den Heizkessel können die Fördersysteme verstopfen und Schäden davontragen.

Das Rohmaterial, das zur Herstellung der Pellets genutzt wird, hat zum Teil einen höheren Rindenanteil. Der Aschegehalt entspricht dann nicht mehr den Norm-Vorschriften. Für die Kleinfeuerungsanlage hat das eine sehr hohe Verschmutzung des Brenners zur Folge, welcher dadurch zum einen weniger effizient arbeiten und zum anderen stark beschädigt werden kann.

Da bei der Produktion der Industriepellets nicht so viele Vorschriften beachtet und Normen eingehalten werden müssen, sind die Herstellungskosten und im Endeffekt die Ware meist günstiger als Pellets der Klassen A1 oder A2. Jedoch dürfen sie wirklich nur in großen dafür freigegebenen Heizungsanlagen verwendet werden. Die Kosten, die Sie beim Kauf von Industriepellets sparen können, stehen in keinem Verhältnis zu den Reparaturkosten eines Heizkessels oder Fördersystems.

Hackschnitzel

Hackschnitzel

Hackschnitzel bestehen aus geschreddertem / gehäckseltem Restholz. Für die Anforderungen an das Produkt gilt ebenfalls die europäische Norm EN 14961 für feste Brennstoffe. Häufig erfolgt die Herstellung direkt am Ort der Heizung, bzw. Lagerstätte für das Brennmaterial. Sie sind ebenso wie Pellets ein nachwachsender Rohstoff und sind ähnlich in der Verwendung. Allerdings sind Hackschnitzel nicht für eine Pelletheizung geeignet. Hackschnitzelheizungen sind meist in ländlichen, waldreichen Regionen anzutreffen, in denen viel Restholz oder auch Lawinenholz anzutreffen ist, das für eine anderweitige Verwendung nicht geeignet ist.